Gründerin des Vereins „Fremde werden Freunde“
Kathrin Limpel ist Geschäftsführerin und Gründerin von „Fremde werden Freunde“ (gemeinsam mit Ina Pervan-Al Soqauer), einer Initiative zur gesellschaftlichen Inklusion, die den Zusammenhalt stärkt und zivilgesellschaftliches Engagement fördert. Essenziell dabei: Dass es einen Ort geibt, an dem sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und austauschen können – und diesen Raum schafft Kathrin Limpel mit ihrem Team.
Interview mit Kathrin Limpel vom 5. Juli 2021. Transkript
Die Kraft des Miteinanders macht aus Fremden Freunde
2015 verändert sich Europa – und auch Österreich. Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt und Perspektivlosigkeit, viele aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Sie kommen in ein Land zwischen Unsicherheit, Überforderung und großer Hilfsbereitschaft. Kathrin Limpel entscheidet sich in diesem Moment gemeinsam mit Ina Pervan-Al Soqauer und weiteren Wegbegleiter:innen fürs Tun: nicht zusehen, sondern einen konkreten Ort schaffen, an dem Ankommen möglich wird.
Aus dieser Haltung entsteht „Fremde werden Freunde“. Heute ist Kathrin Limpel Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative, die gesellschaftliche Inklusion stärkt, Zusammenhalt fördert und Potentiale sichtbar macht. Ihr Gedanke ist so einfach wie wirkungsvoll: Menschen müssen einander begegnen können, bevor Fremdheit bleibt. Auf Augenhöhe, im Gespräch, im gemeinsamen Erleben. Genau dafür schafft Limpel mit ihrem Team Räume über Projekte, Programme und Kooperationen in Österreich und Europa
Als Kommunikationsexpertin bringt sie dafür eine Fähigkeit mit, die zentral ist: Sie kann Menschen, Themen und Perspektiven verbinden. Ihre Initiative überlässt Begegnung nicht dem Zufall, sondern organisiert ein Zusammenkommen von Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten: In Schulen, beim Sport, in Kultur- und partizipativen Demokratieprojekten.
Limpel gestaltet einen sozialen Raum, in dem Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie Teilhabe erleben, Wissen teilen, Horizonte erweitern und ihre Potenziale entfalten können. Limpel formulierte das Ziel einmal so: „Wir wollen, dass Menschen sich zugehörig fühlen, in all ihrer Unterschiedlichkeit. Dieses Belonging fängt für uns im Team an. Die Mehrheit meiner Kolleg:innen hat selbst Flucht- oder Migrationsgeschichte.“
„Fremde werden Freunde“ ist damit kein abstraktes Integrationsprojekt, sondern ein gelebtes Versprechen: Zusammenhalt beginnt dort, wo Menschen einander wirklich begegnen und sich zugehörig fühlen.
Mit freundlicher Unterstützung von: Edith und Ferdinand Brunner