Heimat großer Töchter

Du bist ich, ich bin du: ein Raum für uns alle

Jeden Tag verändern Frauen in Österreich die Welt. Oft geschieht dies im Verborgenen. Diese Frauen portraitiert die Malerin Barbara Pacholik für HEIMAT GROSSER TÖCHTER. Sie sind Wissenschafterinnen, Musikerinnen, Aktivistinnen, Ärztinnen, Gründerinnen und vieles mehr. Gemeinsam ist ihnen: Sie sind Vorbilder, Role Models, nehmen Raum ein.

In einer Zeit, in der Frauenrechte weltweit systematisch beschnitten werden, in der Hass und Hetze überall präsent sind, ist es wichtiger denn je, an demokratischen Prinzipien und an Geistes- wie Herzensbildung festzuhalten. Mut und Durchsetzungskraft, Haltung und Rückgrat, Freude und Leidenschaft: All das zeichnet die großen Töchter aus. Sie fordern Teilhabe, sie handeln politisch, machen durch ihren Einsatz andere groß und geben solidarisch ihr Wissen weiter.

20 Frauen, die sich mit Know-how, Erfinderinnengeist und Ausdauer für gesellschaftliche Veränderung in Österreich einsetzen, sind großformatig in Acryl festgehalten. Die Porträts verleihen ihrem Wirken genau den Ewigkeitscharakter, der sonst oft Männern vorbehalten ist. Die Portraitieren wirken kraftvoll und selbstsicher. Jede Frau hat ihren Blick nach vorn gerichtet, nimmt Kontakt auf – in selbstbewusster, positiver Konfrontation mit den Betrachter:innen. In ihren Blicken liegt der Zauber der Ausstellung HEIMAT GROSSER TÖCHTER: Sie transportieren das Wissen darum, mit ihren Geschichten nicht allein zu sein. Ich bin du, du bist ich, scheinen sie zu sagen – und stiften damit die Besucher:innen an, sich einzubringen.

Das ist auch der Ansatz von Barbara Pacholik: Ihre Beschäftigung mit den portraitierten Frauen geht weit über den Blick der Künstlerin auf klassische Modelle hinaus. Pacholik sieht genau hin, begleitet die Frauen zum Teil über mehrere Jahre, entwickelt jedes Sujet in einer intensiven Beschäftigung mit jeder einzelnen Person und vereint so das Offensichtliche mit dem Ungesagten, das einen zweiten Blick einfordert.

Keimzelle jedes Bildnisses ist ein Interview. Darin geben die Frauen Auskunft über ihren Werdegang und das, was sie die Motivation nicht verlieren lässt.  Wo komme ich her? Wie wurde ich die, die ich heute bin? Was soll bleiben, was darf gehen? Und was wünsche ich mir für die Frauen, die nach mir kommen? Es ist ein vielstimmiger Chor, den Barbara Pacholik feinfühlig dirigiert. 20 unverwechselbaren Stimmen finden so am Ende in all ihrer Diversität zusammen zu einer optimistischen Vision von Menschlichkeit, Chancengerechtigkeit und Miteinander.

 

Die Geschichte einer Emanzipation

Barbara Pacholik überträgt das Abbild von Menschen aus Überzeugung auf die Leinwand: „Ich male Menschen, weil ich Menschen mag. Ich möchte den Menschen in seiner Gesamtheit erfassen.“ Als sie während der Corona-Pandemie beginnt, Frauen zu portraitieren, die sie beeindrucken, ist schnell klar: Sie will diese Frauen selbst zu Wort kommen lassen.

Die Gespräche, die ab Juli 2021 entstehen, erweitern die Portraits nicht nur um eine Dimension. Sie sind auch Zeugnis eines ganz persönlichen Emanzipationsprozesses, so Barbara Pacholik: „Diese Frauen leben Solidarität, leben Teamwork, leben Miteinander. Sie helfen mir, diejenigen zu sehen, die ich noch nicht wahrgenommen habe und machen mich auf meine blinden Flecken aufmerksam.“

Blinde Flecken haben wir alle – und es ist wichtig, dass wir Menschen in unserem Umfeld haben, die uns auf sie hinweisen. HEIMAT GROSSER TÖCHTER ist neben der Anerkennung der Leistungen der Portraitierten deswegen auch eine Einladung an alle Betrachter:innen: Dazu, uns in unserem Umfeld nach inspirierenden, mutigen, tatkräftigen Frauen umzusehen. Das können Mütter, Töchter, Freundinnen, Nachbarinnen, Kolleginnen sein. Reden wir miteinander, teilen wir unser Wissen und unsere Erfahrungen, stützen wir uns gegenseitig. Denn Mut macht Mut macht Mut macht Mut.

 

Schaut her, uns gibt es. Wir sind viele.

Die Ausstellung HEIMAT GROSSER TÖCHTER ist der Beginn einer Bewegung: von der Faszination für einzelne Frauen, die für ihre Überzeugungen eintreten und dabei andere mitdenken, hin zu der Frage: Was kann ich tun? Für dich, für uns, gemeinsam? Was können wir gemeinsam tun?

Diese Frage schließt alle ein, unabhängig von Geschlecht, Klasse, Religion, Herkunft und Lebensrealität. Sie ist eine Handreichung, eine Umarmung und ein klares Bekenntnis zur Vielfalt und Diversität unserer Gesellschaft. Jede:r Einzelne trägt Verantwortung für ein umsichtiges Miteinander. Und jede:r Einzelne hat eine Geschichte, die erzählenswert ist.

Aber: Jede Geschichte braucht Zuhörer:innen, die das Gehörte in die Welt tragen, die als Verbündete und Kompliz:innen weiter wirken, die Banden bilden, Netzwerke spinnen und für Fortschritt und Solidarität eintreten. Erzählen Sie anderen Menschen von HEIMAT GROSSER TÖCHTER, von den Frauen, auf die Sie hier treffen, und von ihren Vorhaben, Ideen, Wünschen, Projekten.

Gemeinsam sind wir groß.

 

„Ich wünsche mir, dass die Besucher:innen nicht nur aufschauen zu den Portraits und sich denken: Was für tolle Frauen. Sondern dass sie die Ausstellung sehen und überzeugt sind: Das kann ich auch. Das kann ich sein, das kann meine Schwester sein, meine Tochter.“ Beatrice Frasl

 

 

HEIMAT GROSSER TÖCHTER

Eine Portraitreihe von Barbara Pacholik

90 x 90 cm, Acryl, Papiercollage und Papiertransfertechnik auf Leinwand

Projektbegleitung & Ausstellungskonzept: Stefanie Jaksch

Textarbeit & Recherche: Anna-Lena Fesl

PR, Grafik, Social Media: Roxana Höchsmann, Anna Reisinger, Rosa Wittwehr / WOLKENLOS – Agentur für strahlende Kommunikation

Kampagne & Community Building: Hannah Zach

Aufbau, Ausstellungstechnik: Harald Pacholik

Aufbau und Koordination: Teresa Lukas, Team ÖGB

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