Doro Blancke

Gründerin der Flüchtlingshilfe refugee assistance

Doro Blancke steht seit vielen Jahren für Flüchtlingshilfe, Austausch und Dialog auf Augenhöhe ein. Die unermüdliche Aktivistin, die die „Liebe zu Menschen“ als ihren Antrieb nennt, zeigt Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen auf.

 

Interview mit Doro Blancke vom 10. März 2022.      Transkript

 

Eine kraftvolle Stimme für Menschen auf der Flucht

Doro Blancke, 1961 in Linz geboren und seit vielen Jahren in der Steiermark zuhause, ist Flüchtlingshelferin, Menschenrechtsaktivistin und Geschäftsführerin des Vereins „Flüchtlingshilfe – refugee assistance – Doro Blancke“. Was 2014 mit Begegnungen mit Geflüchteten begann und sich 2015 während der Fluchtbewegung verdichtete, wurde zu ihrem Lebensschwerpunkt: Menschen auf der Flucht nicht allein zu lassen.

Blancke steht für Hilfe, Austausch und Dialog auf Augenhöhe. Sie schaut dorthin, wo andere wegsehen: an Europas Außengrenzen, in Asylverfahren, in Unterkünfte, in Lebensrealitäten von Menschen, die Schutz suchen. Ihr Antrieb, sagt sie selbst, sei „die Liebe zum Menschen“, ihr Glaube an Gerechtigkeit und das „Getragen sein im WIR“. Daraus entsteht konkrete Arbeit: Rechtsberatung, Sprachkurse, Lebensmittelpakete, sichere Unterkünfte, medizinische Unterstützung und Hilfe für besonders vulnerable Geflüchtete.

Zunächst engagierte sich Blancke ehrenamtlich in der Südsteiermark. Sie unterstützte Unterkünfte, organisierte Sprach- und Integrationsprojekte, vermittelte junge Menschen in Patenfamilien und begleitete sie bei Bildung, Ausbildung und rechtlichen Fragen. Seit 2021 bündelt sie dieses Engagement als Geschäftsführerin ihres Vereins, der in Österreich und auf Lesbos arbeitet. Dort unterstützt ihr Team wöchentlich besonders gefährdete Menschen – darunter Frauen, Kinder und Geflüchtete, die durch Gewalt, Krankheit oder fehlenden Schutz besonders belastet sind.

Für ihre Arbeit wurde Blancke mehrfach ausgezeichnet: 2020 als Teil von Fairness Asyl mit dem Ute-Bock-Preis, 2022 mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark. Doch ihr Erfolg misst sich nicht nur in Preisen, sondern in Strukturen, die bleiben: Beratung, Schutzräume, Begleitung und Hilfe dort, wo staatliche Systeme zu oft versagen. Über die Lage auf Lesbos sagte sie 2025: „Die Gewalt steigt immer weiter und die Push Backs werden brutaler.“ Doro Blanckes Antwort darauf ist klar: bleiben, hinschauen, helfen – und Menschenwürde praktisch verteidigen.

 

Doro Blancke Flüchtlingshilfe

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