Rapperin, Poetry-Slammerin und Autorin
Yasmin Hafedh kennen die meisten wahrscheinlich unter ihrem Künstlerinnen-Alter-Ego Yasmo. Yasmos große Liebe gilt der Sprache, was sie als Rapperin eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sie setzt sich für Frauensolidarität und junge Musikerinnen ein, die in der Rap- und Hiphop-Szene Fuß fassen wollen.
Interview mit Yasmin Hafedh vom 15. März 2022. Transkript
“Bis zum letzten Satz ist bei mir alles echt, denn in Rap steckt mehr als nur ein Geschlecht.”
Yasmin Hafedh alias Yasmo steht seit ihrem 15. Lebensjahr auf Bühnen – als Slam-Poetin, Rapperin, Autorin, Kuratorin und Moderatorin. Mit ihren Texten legt sie das Brennglas auf gesellschaftliche Fragen. Sprache ist ihr Werkzeug: direkt, politisch, bildstark und nie gefällig.
2009 steht sie als erste Frau im Finale des Ö-Slam, 2013 gewinnt sie den Wettbewerb; zudem wird sie erste österreichische U20-Siegerin der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft.
Aus dem gesprochenen Wort wächst ein eigener Sound. Mit Yasmo & die Klangkantine verbindet sie Hip-Hop, Jazz und Bigband-Energie mit gesellschaftskritischen Lyrics. 2025 erscheint mit „Augen auf und durch“ das vierte Studioalbum der Band – ein Statement für Wachheit, Widerstandskraft und klare Haltung.
Yasmo ist keine Künstlerin der Oberfläche. Sie spricht über Klasse, Geschlecht, Chancen, Angst, Scheitern und Solidarität. Smalltalk ist nicht ihre Sache; ihre Kunst will hinschauen, aussprechen und bewegen. Sie ermutigt dazu, Fehler als Teil des Lernens zu begreifen und Angst vor dem Scheitern in Handlung zu verwandeln: Visualisieren, Manifestieren, Machen.
„Wir holen uns alles, was wir längst schon in uns haben.“ Diesen Satz hat Yasmo für sich selbst eingelöst. Aufgewachsen als Wiener Hacklerkind, hat sie sich ihren Platz in der Kunstszene hart erarbeitet – und macht daraus keine Heldinnenpose, sondern eine Haltung. Solidarität und Gemeinschaft sind für sie Grundlagen echter Chancengleichheit, die sich von Herkunft und Geschlecht unabhängig zeigt.
Als erste weibliche Künstlerin war Yasmo beim Amadeus Award in der Kategorie „Best HipHop/Urban“ nominiert. Bei ihr trifft Kunst auf pulsierenden Zeitgeist – laut, liebevoll, unbequem und getragen von wahrhaftigem female Empowerment.