Stephanie Krisper

Juristin und Menschenrechtsexpertin

Von 2017 bis 2025 war sie Abgeordnete zum Nationalrat für die NEOS. Ihren Einsatz gegen Korruption und für den Rechtsstaat setzt sie auch nach dem Ende ihrer politischen Karriere weiter, denn sie glaubt fest daran, dass macht Kontrolle braucht.

 

Interview mit Stephanie Krisper vom 11. März 2022.      Transkript

 

Die Juristin, die dem Parlament den Spiegel vorhielt

Stephanie Krisper, geboren 1980 in Wien, ist Juristin und war von 2017 bis 2025 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für NEOS. Ihr beruflicher Weg führte sie früh in den Menschenrechtsbereich: Sie arbeitete unter anderem für Asyl in Not, Caritas, UNHCR, die Volksanwaltschaft und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte.

Im Parlament verband Krisper juristische Präzision mit konsequenter Kontrolle. Ihre Schwerpunkte: Menschenrechte, Justiz, Rechtsstaatlichkeit, Migration und Antikorruption. Bekannt wurde sie besonders durch ihre Arbeit in Untersuchungsausschüssen, darunter der BVT-, der Ibiza- und der ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss. Ihre politische Leitlinie formuliert sie so: „Ein starker Rechtsstaat gibt Korruption keine Chance und verhilft jedem Menschen zu seinem Recht.“

Doch Krispers Blick blieb nicht auf Akten und Ausschüsse beschränkt. Inmitten der Flüchtlingskrise reiste sie an die Außengrenzen der Balkanroute, stellte im Parlament kritische Anfragen zu den Zuständen im Camp Lipa und legte offen, wie österreichische Steuergelder eingesetzt wurden. Auch als die Regierung die Familienzusammenführung für geflüchtete Kinder und Eltern stoppte, stellte sie sich dagegen. In ihrer Rücktrittsbegründung fragte sie: „Wieviel bleibt von unserer Haltung für Menschenrechte und Rechtsstaat?“

Am 15. Oktober 2025 hielt Krisper im Nationalrat ihre letzte Rede. Darin appellierte sie an das Selbstbewusstsein der Abgeordneten: Das Parlament sei nicht der verlängerte Arm der Regierung. Wenn sie Gesetzesvorhaben genau prüfe, sei sie nicht lästig, sondern nehme ihr Mandat wahr. Diese Rede bündelte, was ihr politisches Profil ausmachte: Kontrolle, Aktenarbeit, Rechtsstaat und ein freies Mandat.

Ende Oktober 2025 legte Krisper ihr Mandat zurück. Als Grund nannte sie einen Loyalitätskonflikt zwischen ihren Überzeugungen und der Linie der NEOS als Regierungspartei. Künftig wolle sie sich „aus einer unabhängigen Position heraus für Menschenrechte und gegen Korruption einsetzen“. Ihren Themen bleibt sie treu: „Nur der Ort ändert sich.“

 

Stephanie Krisper

<span>Menschen Malen verwendet Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und Plattform, um unsere Services bereitzustellen und zu schützen, Ihre Erfahrung mit unseren Services anzupassen, neue Änderungen und Funktionen zu testen, um zu verstehen, wie Sie unsere Services nutzen, und Ihnen Werbung basierend auf Ihrem Verhalten anzuzeigen. In unseren <a href="/datenschutz/">Cookie-Richtlinien</a> erfahren Sie Näheres hierzu.</span> Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close