Daniela Brodesser

Armutsaktivistin

Daniela Brodesser weiß, was es heißt, arm zu sein. Sie setzt sich für die Entstigmatisierung von Armut ein. Sie weist auf strukturelle Ohnmacht, fehlende Teilhabe sowie Beschämung und Rückzug der Betroffenen hin und macht klar: Armut ist kein Randphänomen. Es kann jede:n treffen.

 

Interview mit Daniela Brodesser vom 8. Jänner 2026.      Transkript

 

 „Ratschläge waren für mich immer Schläge.“

Dieser Satz von Daniela Brodesser bleibt im Kopf. Weil er zeigt, worum es bei Armut oft wirklich geht: Es geht nicht nur um fehlendes Geld, sondern um Beschämung, Rückzug, Vorurteile – und um das Gefühl, ständig beweisen zu müssen, dass man Hilfe verdient.

Daniela Brodesser ist Autorin, Kolumnistin, Aktivistin für Armutssensibilisierung und Mutter von vier Kindern. Eine Durchschnittsfamilie, bis Krankheit, Pflegearbeit, Jobverlust und prekäre Arbeit alles veränderten. 2017 schrieb sie noch anonym als @grauemaus über einen Moment tiefer Beschämung. Daraus wurde Öffentlichkeit. Aus Scham wurde Sprache. Aus Rückzug wurde Solidarität. Heute ist sie als Frau Sonnenschein eine der wichtigen Stimmen gegen Armut und Beschämung.

„Es kommt kein Mensch zur Welt und will in Armut leben.“ Genau deshalb kämpft sie gegen die Schubladen im Kopf: gegen das Bild von den „guten“ und den „nicht herzeigbaren“ Armen. Gegen Kommentarspalten, die Betroffene zum Schweigen bringen. Gegen eine Politik, die Armut zu oft als persönliches Versagen erzählt.

Mit SoliTank, der Solidaritätstankstelle, schaffte Daniela Brodesser einen Ort, an dem Armutsbetroffene Kraft tanken können. SoliTank setzte dort an, wo viele längst erschöpft sind: bei ungeöffneten Briefen, abgelehnten Anträgen, Angst vor Behörden und dem Gefühl, allein zu sein. Heute nutzt Daniela Brodesser ihr Erfahrungswissen mit wertvoller Peerarbeit und unterstützt damit Armuts-Betroffene auf Augenhöhe.

Nicht mit moralischem Druck. Nicht mit Schuldzuweisungen. Nicht mit Hilfe von oben herab. Sondern mit solidarischer Begleitung auf Augenhöhe. Und mit einer Frage, die alles verändern kann:
„Was braucht es denn, damit ihr aus der Situation rauskommt?“

Dieses Porträt erzählt von Würde. Von Demokratie. Von sozialer Mitte. Und davon, dass Armut keine soziale Hängematte ist – sondern ein gesellschaftliches Problem.

 

Buch „Armut

Armutskonferenz

 

Gefördert durch Unterstützer:innen aus der SPÖ Oberösterreich. Herzlichen Dank an:

Bundesministerin Eva Maria Holzleitner BSc, NRin Sabine Schatz, NRin Mag. Katrin Auer, NRin Elisabeth Feichtinger BEd BEd, BR Dominik Reisinger, LR Mag. Martin Winkler, LAbg. Thomas Antlinger BEd, LAbg. Mario Haas, LAgb. Renate Heitz, LAbg. Mag. Tobias Höglinger, LAgb. Gabriele Knauseder, LAgb. Heidi Maria Strauß, LAbg. Ing. Erich Wahl, Vzbgm.in Karin Leitner, Vzbgm.in Merima Zukan, Mag.a Karin Weilguny, Karin Hujber

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