PR-Expertin und Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehren 2.0
Sie sagt, sie sei von klein auf feministisch geprägt. Die Liebe zur Kommunikation treibt sie weiterhin an: Heute leitet sie die kommunikationsabteilung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsument:innenschutz.
Interview mit Lena Jäger vom 27. Juli 2021. Transkript
Veränderung beginnt selten groß. Manchmal beginnt sie in einem Wohnzimmer.
So im Spätherbst 2016, als einige Frauen – überzeugt davon, dass Hillary Clinton Präsidentin werden würde – erstmals über ein zweites Frauenvolksbegehren diskutierten. Nach der Wahl Donald Trumps entschieden sie, das FrauenVolksbegehren 2.0 jedenfalls in die Tat umzusetzen. Neun Erstinitiator:innen, darunter Lena Jäger, die, wie sie selbst sagt, streng feministisch erzogen wurde, trafen sich von da an wöchentlich an ihrem Esstisch. Jäger wurde Projektleiterin und Sprecherin und ist bis heute Obfrau des FrauenVolksbegehrens 2.0. Aus neun Forderungen entstand 2018 eine Bewegung mit fast einer halben Million Unterstützer:innen.
Lena Jäger bewegt gesellschaftliche Veränderung. Sie verbindet Haltung, strategisches Denken und Kommunikation – und übersetzt gesellschaftliche Ideen in konkrete Umsetzung. Radikal in der Analyse. Kompromisslos im Anspruch.
Ihr Feminismus ist intersektional und eine Frage der Verteilung: von Macht, Geld, Arbeit, Sicherheit und Sichtbarkeit. Es geht darum, Räume zu öffnen statt neue Grenzen zu ziehen, Menschen mitzunehmen, komplexe gesellschaftliche Fragen verständlich zu machen und unterschiedliche Erfahrungen sichtbar werden zu lassen.
Geboren in Norddeutschland, lebt sie seit 2003 in Wien. Sie studierte Musikwissenschaft und Lehramt und arbeitete als Pädagogin, Lehrende, Projektleiterin und Unternehmerin. Seit mehr als zehn Jahren gestaltet sie Kommunikation, die wirkt.
Heute leitet sie die Abteilung für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im österreichischen Sozialministerium. Ihre Arbeit folgt einem einfachen Grundsatz: Kommunikation muss Menschen erreichen. Nicht als Zielgruppen, sondern in ihrer Lebensrealität. Die von ihr und ihrem Team verantwortete Kommunikationsarbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. Entscheidend ist für sie jedoch etwas anderes: ob sie Wirkung entfaltet. Ihre Stärke liegt darin, Gegensätze auszuhalten: Klarheit und Offenheit. Haltung und Dialog. Veränderung und Verbindung.
Auch wenn noch ein langer Weg vor uns liegt, bleibt Lena Jäger dabei: Es ist Zeit für echte Gleichwertigkeit. Für uns alle.