Gründerin des Momentum Institut
Barbara Blaha bereitet mit ihrem Team komplexe Themen so auf, dass alle sie verstehen und mitreden können – das ist demokratische Basisarbeit. Als Speakerin und mit eigenem feministischem Stand-up-Programm ist Barbara Blaha im deutschsprachigen Raum unterwegs.
Interview mit Barbara Blaha vom 25. August 2021. Transkript
Eine Denkfabrik für die Vielen
Barbara Blaha wurde 1983 geboren und wuchs als zweites von sieben Kindern in einer Arbeiterfamilie in Wien-Simmering auf. Früh bewegte sie sich zwischen Bildung, Öffentlichkeit und politischer Organisation: Während ihrer Studienzeit engagierte sich Blaha beim VSStÖ, wurde 2006 Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft und war von 2006 bis 2010 Mitglied des ORF-Publikumsrats.
2008 gründete Blaha mit anderen den Politkongress Momentum in Hallstatt, den sie bis heute leitet. Daraus entstand 2019 das Momentum Institut, dessen Direktorin sie ist.
Der Thinktank versteht sich als „Denkfabrik der Vielen“ und erarbeitet Vorschläge für eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft. Momentum arbeitet zu Demokratie, Arbeit, Klima, Steuern und Verteilung, bereitet Daten verständlich auf und bringt wirtschaftspolitische Analysen in öffentliche Debatten ein. Zum Institut gehört auch moment.at, dessen Herausgeberin Blaha ist.
Blaha verbindet Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, auch als Universitätsrätin in Wien und zuvor in Salzburg. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen soziale Gerechtigkeit, Verteilung, Arbeit, Bildung und Feminismus.
2026 erschien ihr Buch „Funkenschwestern. Wie Feminismus alles besser macht“. Darin verbindet Blaha persönliche Geschichten mit Zahlen, Fakten und Studien. Sie zeigt, warum ökonomische Fragen immer auch feministische Fragen sind: warum Frauen seltener führen, öfter unterbrochen, schlechter bezahlt werden und warum selbst Vollzeitarbeit viele Frauen nicht vor der zweiten unbezahlten Schicht zuhause schützt. Zugespitzt formulierte sie: „Feminismus geht uns alle an“ — und: „Männer sind nicht der Feind, sondern das Patriarchat.“
Blahas Biografie bleibt die Geschichte einer engagierten Frau, die Institutionen gründet und Machtfragen ins Zentrum öffentlicher Debatten rückt.