Elfriede Hammerl

Autorin, Kolumnistin und Journalistin

führt ein Leben mit dem und für den Feminismus. Als Kolumnistin, Autorin und Aktivistin untersucht sie in ihren klugen Texten politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf Geschlechtergerechtigkeit. 1997 war sie eine der Initiatorinnen des ersten Frauenvolksbegehrens.

 

Interview mit Elfriede Hammerl vom 2. August 2021.      Transkript

 

Feminismus mit Witz, Zorn und Präzision.

Elfriede Hammerl schreibt seit Jahrzehnten über das, was Frauen im Alltag zugemutet wird: über unbezahlte Sorgearbeit, über männliche Macht in Beziehungen, über die Abwertung älterer Frauen, über ökonomische Abhängigkeit, über sexuelle Gewalt und über jene Sprache, die Ungleichheit oft harmlos klingen lässt.

Geboren 1945 in Prebensdorf in der Steiermark, studierte sie Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien und begann ihre journalistische Laufbahn beim Neuen Österreich. Früh wurde Elfriede Hammerl zu einer der markantesten feministischen Stimmen Österreichs.

Beim Kurier etablierte sie eine feministische Kolumne, seit 1984 schreibt sie regelmäßig für profil. Ihre Texte holen Politik dorthin, wo sie oft übersehen wird: an den Küchentisch, ins Schlafzimmer, in Redaktionen, Gerichtssäle, Schulen und Familien. Hammerl fragt, warum Frauen für Fürsorge selbstverständlich zuständig sein sollen, warum Gewalt gegen Frauen so lange verharmlost wird, warum Macht sich gern als Tradition tarnt — und warum Gleichberechtigung noch immer als Sonderwunsch behandelt wird. Sie schreibt scharf, pointiert, und oft ironisch. Gerade deshalb treffen ihre Texte.

Neben ihrer journalistischen Arbeit verfasste Hammerl Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Kabaretttexte und Drehbücher. Auch ihr jüngeres Buch Der Hund hat Recht. Ein Dialog zeigt ihre Fähigkeit, Gesellschaftskritik in eine scheinbar leichte Form zu bringen. Dass sie 2025 ihren 80. Geburtstag feierte, macht ihr Werk nicht historisch. Im Gegenteil: Viele ihrer Themen sind erschreckend gegenwärtig geblieben.

Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Preis der Stadt Wien für Publizistik, dem Wiener Frauenpreis, dem Concordia-Preis, dem Kurt-Vorhofer-Preis und mehreren Lebenswerk-Ehrungen. Doch ihre eigentliche Bedeutung liegt nicht in der Liste der Preise, sondern in ihrer Haltung: Elfriede Hammerl hat nie aufgehört, genau hinzusehen — und das, was sie sieht, so zu formulieren, dass man es nicht mehr übergehen kann.

 

Elfriede Hammerl

 

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